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(Kommentare: 4)

Der SINN des Lebens

SINN, Sinnlichkeit und Sinne

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Kommentare

Kommentar von Helmut |

Alles hat einen Sinn, es gibt nix sinnloses. Ich sehe das "Ganze", es gibt mehr als uns Menschen auf der Erde und da ist alles miteinander verknüpft, hängt zusammen und wirkt sich wechselseitig aus. Für den einzelnen Menschen gibt es sicher sowas wie Unsinn oder Blödsinn ..... und manchmal genieße ich das ja auch selbst gerne, aber ganzheitlich betrachtet ist auch das alles sinnvoll. Die Natur ist ein Meisterwerk der man viel mehr vertrauen sollte, aber leider versuchen viele die Natur zu beherrschen und dann wird auch schnell die Sinnfrage gestellt und bewertet .... und leider übersehen, dass wir nur ein kleiner Teil des Ganzen sind, allerdings mit immensen Auswirkungen unseres Handeln und Tun. Wir sollten akzeptieren Teil des "Ganzen" zu sein, indem alles einen Sinn hat .

Antwort von Michael Mehrgardt

danke für deinen Kommentar, lieber Helmut,

für dich liegt Sinn darin, Teil eines Ganzen zu sein? Sinn wäre dann also so etwas wie Zugehörigkeit, Verbundenheit mit dem Ganzen, dem Meisterwerk "Natur". Sinn zu erleben wäre dann so viel wie: Vertrauen haben auf das Ganze. Und das Gegenteil von Sinn läge dann in dem, was "die" Menschen seit jeher tun: "versuchen ... die Natur zu beherrschen".

Wo können wir dann die Grenze ziehen zwischen SINN-vollem Eingreifen in die Natur (zB: Krankheiten oder Behinderungen lindern) und SINN-losen und zerstörerischen Eingriffen?

Und noch eine Frage habe ich an dich: Wenn du meine Geschichte über Jürgen liest (die fachlichen Abschnitte kannst du überspringen), was denkst du dann über seinen SINN, der in der Hoffnung besteht, irgendwann einen Golf GTI zu besitzen? Ist dein SINN (den ich teile) besser, höher ... als Jürgens?

Liebe Grüße,
Michael

Kommentar von GHS VII |

GHS VII schreibt mir in einer persönlichen Notiz vom 18.02.23:

Lieber Michael, nach dem Sinn des Lebens fragt man sich ja immer nur, wenn man eine Leere empfindet. Einen Allgemeingültigen Sinn sah Hoimar von Ditfurth ja nur in dem Vorantreiben der Evolution.

Ich selbst finde, dass der Sinn des Lebens stets mit einer Aufgabe, einer Aktivität welcher Art auch immer verbunden ist. Daher liegt es in der Natur der Sache, dass sich der Sinn in den einzelnen Lebensphasen ändert oder ändern kann. Es ist sehr schwierig im hohen Alter noch einen Lebenssinn zu finden. Hingegen denkt man als sehr junger Mensch meist gar nicht darüber nach.

Außerdem sehe ich eine enge Verknüpfung zwischen Lebenssinn und Glück. Aber das soll erstmal reichen.

Antwort von Michael Mehrgardt

Vielen Dank, liebe GHS VII,

ja, da hast du wohl (leider) Recht: SINN wird fühlbar, sobald man ihn verloren hat ... also wäre es wohl wichtig, sich seinen Lebens-SINN immer wieder bewusst zu machen, sich mit anderen darüber auszutauschen, oder? Dann könnte man sich (vielleicht) frühzeitiger um einen neuen SINN bemühen. Manchmal kann es sehr schwierig sein, zB im Älterwerden, einen neuen SINN zu finden. Das ist ja oft der Fall, wenn man im Ruhestand plötzlich keine Aufgabe (= Wichtigkeit?? = Seinsberechtigung??) mehr hat. In gewisser Weise muss man sich dann "neu erfinden". Dasselbe gilt für Erkrankungen, Behinderungen, die gewohnte Aktivitäten und Aufgaben sowie ZUgehörigkeiten unmöglich machen. Was meinst du dazu?

Wenn du "eine enge Verknüpfung zwischen Lebenssinn und Glück" siehst, stimmt dir sicherlich jeder zu, ich auch. Zumindest auf den ersten Blick; denn: Gehört nicht auch das Erleben von Unglück zum SINN, weil man doch Glück nur soweit empfinden kann, wie man es nicht für selbstverständlich hält? Viktor Frankl, der Vater der Logotherapie, hat einmal gesagt: "Wer ein Wofür zu leben hat, erträgt fast jedes Wie." Er bezieht diesen Satz auf seine Zeit in verschiedenen Konzentrationslagern. Glücklich war er sicherlich in dieser Zeit nicht; aber er hatte einen SINN, der ihm half durchzuhalten: Er besaß ein Manuskript über seine Logotherapie, das er danach unbedingt veröffentlichen wollte!

Kann es ein "Wofür" auch in schweren Lebensphasen geben? Welche(s)?

Magst du darauf antworten?

Viele Grüße, Michael

Kommentar von helmut |

Natur beherrschen zu wollen führt doch viel zu oft dazu Natur zu zerstören. Bsp.: Vor ca. 60 Jahren hat man die Flüsse in Süddeutschland alle begradigt und kanalisiert ... es dauerte lange bis man dann den Zusammenhang verstand, dass in der Folge die Kölner Altstadt nun viel öfters unter Hochwasser stand. Daraufhin versucht man nun seit ca. 20 Jahren wieder die Flüsse zurück zu bauen und zu "renaturieren" ("renaturieren" ist natürlich irreleitend - weil nicht möglich). Solche Bsp. des "Natur beherrschen wollen" gibt es leider sehr viele! Es ist schwierig allgemein gültige Grenzen für immer und alles zu ziehen (zB: Krankheiten oder Behinderungen lindern?) - aber es geht auf jeden Fall darum Respekt vor der Natur zu haben und zu akzeptieren, dass wir nicht alles i.d.Natur und Umwelt beherrschen und steuern können. Aus diesem Respekt folgt dann auch Demut, zu akzeptieren das alles einen Sinn hat - und Teil des Ganzen zu sein und zu versuchen im Einklang mit der Natur Entscheidungen zu treffen.

Antwort von Michael Mehrgardt

Ich finde es super, was du schreibst, Helmut!
Ich finde auch: Respekt und Demut, das müssen wir noch viel mehr lernen. Wir verstehen komplexe Systeme kaum, intervenieren aber immer fleißig in ihnen herum!
Ergänzen möchte ich noch: auch Respekt und Demut vor der eigenen Natur, der unseres Leibes ebenso wie unseres Geistes und unserer Psyche. Indem wir uns ständig selbst optimieren, disziplinieren und gnadenlos antreiben, hindern wir unsere Natur daran, sich zu "ereignen".
Mir fällt gerade ein: Vielleicht ist es auch ein Aspekt des SINN-Erlebens, dass wir die äußere und innere Natur sich in Ruhe entfalten lassen, dass sie geschehen darf und so zu Ordnung und Harmonie führt, zum Einklang, Gleichklang.

Kommentar von Jasmin Reis |

Sinn
Macht es Sinn, diesen Text zu schreiben?
Was macht Sinn? Was ist Sinn sinngemäß?
Ob es Sinn macht, vermag ich nicht zu beurteilen. Ist Beurteilen sinnvoll?
Jeder hat seine eigene Auffassung von Sinn. Man nimmt Verschiedenes wahr, durch die Sinnesorgane. Manchmal auch Sinnloses. Vielleicht will man manches nicht hören oder riechen, weil es die Sinne negativ überflutet.
Manchmal erfreut man sich an verschiedenen Dingen.
Ist es überhaupt möglich, dieses Thema sinnvoll zu behandeln?

Antwort von Michael Mehrgardt

Liebe Jasmin,
du hast ja schon einmal etwas hier gepostet, und zwar zum Thema "Verletzungen in der Psychotherapie". So ein wichtiges Thema!

Herzlichen Dank für deinen Text zu unserem Sinn-Diskurs! Du stellst viele Fragen zum SINN. Könnte man sagen, dass das Fragenstellen bereits Teil von SINN ist? Wenn man fragt, interessiert man sich für etwas oder jemand anders. Das heißt doch: Man macht oder beurteilt nicht einfach, was man für richtig hält, sondern teilt sich mit. Sich-Mitteilen heißt - jetzt spinne ich mal etwas - sich mit dem Anderen teilen. Sich selbst, ganz und gar, mit dem Anderen teilen. Den Anderen an sich teilhaben lassen. - Führt das zu weit, was denkst du? Hat das etwas mit SINN zu tun? Dass man mehr ist als nur ein in sich abgeschlossener "Zellhaufen"?
Fragenstellen statt Beurteilen (und einfach Machen) erinnert mich an das, was Helmut geschrieben hat: Respekt und Demut zeigen vor der Natur. Ich habe dazu ergänzt: auch vor der eigenen Natur.

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