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Dr. phil. Michael Mehrgardt

Die therapeutische Beziehung aus dem Blickwinkel von Levinas und Co.

Wo eine Diagnose ist, ist kein Gespräch.
Wo kein Gespräch ist, ist keine Begegnung.
Wo keine Begegnung ist, ist keine Heilung.

Unzufriedenheit mit psychotherapeutischen Behandlungen
Laut Arztreport 2020 der Barmer Ersatzkasse ist jeder dritte Patient mit seiner Psychotherapie unzufrieden! Ein derartiger Befund sollte Anlass sein, das eigene therapeutische Handeln sowie die ihm zugrunde liegenden Prämissen aus einer anderen, für manche von uns Therapeutinnen fremden Perspektive zu beleuchten: Wie sehen wir denn eigentlich unsere Patientinnen und Patienten? Und wie uns selbst als ihr Gegenüber?

Was wir von Levinas und Co. über die therapeutische Begegnung lernen können
Um einen klärenden Blick auf die Problematik der therapeutischen Beziehung zu werfen, möchte ich dich einladen, mit mir einen Umweg zu den Denklandschaften einiger Philosophen einzuschlagen. Am Ende dieses Weges können wir uns bei dem einleitenden Motto dieses Essays wiedertreffen. Wenn dabei der Fokus auf Zeichen, Wörter, Texte, Sprache gerichtet wird, dann stelle bitte sogleich die Analogie zur Patientin her, die sich notwendigerweise ebenfalls in Zeichen, Wörtern, Texten, Sprache – verbal, nonverbal oder durch Auslassung – offenbart.

Ich freue mich über deinen Kommentar!

Hier geht's zum vollständigen Text:

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Du lernst, forcierte LBA bei Panik, Erregung, Sport, Herzrhythmus-Störungen uA einzusetzen.

Du erlernst die forcierte LBA:
Wenn du dich anstrengst oder wenn du physiologisch stark erregt bist – weil dich vielleicht gerade eine Panik anfliegt oder du gleich zu einer Prüfung hereingerufen wirst – brauchst du natürlich mehr Luft. Du musst deshalb häufiger und tiefer ein- und ausatmen. Deshalb lernst du jetzt die forcierte LBA. Forciert heißt: beschleunigen, steigern, verstärken.

Das Prinzip:
Du passt Lippenspannung, Atemtiefe und Atemhäufigkeit an den erhöhten Sauerstoff-Bedarf, also an die jeweilige physiologische Situation, an. UA geht es hier um "Erpressung", "Luftmatratzen", "Luftballons" - na ja, du wirst ja erfahren, was damit gemeint ist.

Anwendung der forcierten LBA
Dazu demonstriere ich dir die forcierte LBA für ganz unterschiedliche Situationen und Zwecke. Wie funktioniert LBA im Gehen, bei Herzrhythmus-Störungen, Lampenfieber, Prüfungsängsten? Kann man LBA auch beim Sport einsetzen und seine Leistung steigern? Vermutlich ahnst du, dass die Antwort "Ja" lautet.
Ich demonstriere - und du übst gleich mit - wie du in einer Konferenz oder sogar beim Zahnarzt die Effekte der LBA nutzen kannst.

Probleme?
Du hast Probleme? Sehr gut! - Denn Probleme sind stets Anlass dafür, eine Methode noch besser zu erlernen, als wenn alles reibungslos klappt ...
Aber auch beim Auftreten von Schwierigkeiten habe ich einige Auswege für dich, die ich dir beibringen werde: die "Tüten-Atmung" und die "Druck-Übung".

Ach, was rede ich? Schau selbst!

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Du erfährst, woher die Panik kommt - Erklärungs-Modelle und persönliche und kulturelle Hintergründe der Panik

Du praktizierst weiter LBA!
Während du die LBA weiter einübst, erfährst du etwas darüber, warum die LBA anderen Therapie-Methoden überlegen ist. Des Weiteren behandle ich die Fragen nach den persönlichen und kulturellen Ursachen der Panik.

Herkömmliche Therapie-Richtungen...
bieten zwar auch Verfahren zur Panik-Behandlung an, aber eine Anleitung, wie du effektiv und aktuell deine Panik bekämpfen kannst, fehlt. Einige Verfahren verstärken und chronifizieren sogar die Panikstörung! Warum ich das so sehe, erläutere ich in diesem Beitrag ausführlich.

Woher kommt die Panik eigentlich?
Die persönliche Geschichte
Hier erhältst du Informationen über die persönlichen Entstehungs-Bedingungen deiner Panik wie bspw Stress, akute Belastungen, veränderte Lebensumstände und natürlich traumatische Erfahrungen. Auch körperliche Erkrankungen oder Suchterkrankungen können bei der Entstehung der Panik eine Rolle spielen.
Die kulturellen Ursachen
Anschließend berichte ich über kulturelle Bedingungen der Panik. Hier erläutere ich genau, auf welche Weise das schon erwähnte Atem-Tabu und das soziale Verbot starker Gefühls-Äußerungen ursächlich für die Entstehung von Panik-Störungen sind. Weiterhin erfährst du, warum ...
Rauchen eine Atemtherapie ...
ist! Rauchen hilft tatsächlich vielen Panik-Betroffenen. Deshalb sollten Ärzte und Therapeutinnen es ihren Panik-Patienten auch nicht verbieten! Beim Rauchen werden nämlich intuitiv wichtige Elemente der LBA eingesetzt. Dass Rauchen aber keine nachhaltige Lösung ist und du lieber LBA erlernen solltest, statt mit dem Rauchen anzufangen, erklärt sich wohl von selbst.

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Homo solus

Doxai und Paradoxa des kulturellen Selbstverständnisses

Der postmoderne Mensch, der Homo solus, ist ein einsamer Steppenwolf, dem Halt gebende Beziehungen nicht mehr so recht gelingen wollen.

Wir schauen uns in diesem Artikel gemeinsam die sogenannten Doxai an, den Bodensatz scheinbar selbstverständlicher Wahrheiten und unbesprochener Prämissen. Diese lenken unseren Blick auf das Neben-den-Doxai-Liegende, die Para-Doxa, die uns Hoffnung machen auf geniale, weil ver-rückte Auswege aus der Isolation des heutigen Menschen.

Beim Auftreten von Paradoxien raufen sich Wissenschaftler verzweifelt die Haare. Ihre Strategie zur Spannungsreduktion besteht im Allgemeinen darin, dass sie das Paradoxon kurzerhand zum geistigen Sperrgebiet erklären, welches von reputationsgesteuerten Forschern nicht mehr betreten werden darf. Vielleicht schieben sie noch eine Begründung nach (oder vor), in der sie streng auf „unterschiedliche logische Ebenen“ oder „Kategorienfehler“ des Paradoxons verweisen.
Paradoxien sind, mit Paul Watzlawick gesprochen, Warnlampen, die zu blinken beginnen, sobald wir im Begriff sind, vertrautes Gebiet zu verlassen. „Hier geht’s nicht weiter“, sagt unsere Logik. „Betreten verboten!“, stellt sich die herrschende Moral in den Weg. „Vorsicht: Hässlichkeit und Gestank!“, meldet sich die Ästhetik, und das Machtwort spricht schließlich die pragmatische Vernunft mit ihrem Urteil: „Das bringt sowieso nichts!“

Aber dann meldet sich eine Stimme, die ein bisschen nach Thomas Kuhn und ein bisschen nach Paul Feyerabend klingt: die Neugier, der Reiz des Verbotenen. Warum sollten wir uns von den Doxai einsperren lassen, von den Regeln also, denen nach Bourdieu sowohl Protagonisten als auch Antagonisten eines Sachgebietes fraglos Folge leisten? Über die nicht disputiert wird, weil das durch sie Verborgene zu banal, zu spekulativ, zu unwissenschaftlich, zu destruktiv oder zu unsichtbar ist?

Das Kapitel, in dem ein alberner Witz erzählt wird
Es ist Nacht. Um eine Straßenlaterne torkelt, den Blick suchend auf den Boden gerichtet, ein Betrunkener. Ein Passant bleibt stehen, betrachtet dieses Schauspiel eine Zeit lang und fragt schließlich: „Suchen Sie etwas?“...

Weiter geht's in dieser pdf-Datei - Aber Achtung: nicht snackable!

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Du erzeugst die Panik selbst - deshalb kannst du damit ebenso gut aufhören!

Panik ist eine physiologische Reaktion
Panik ist in erster Linie reine Physiologie. Katastrophen-Gedanken (Ich werde gleich sterben! Ich verliere die Kontrolle! Ich werde ohnmächtig!) verstärken diese physiologischen Prozesse.
Solche negativen Gedanken sind nicht die Ursache einer Panikattacke; sie sind ihre Folge! Die Tatsache, dass eine Panik ungefährlich ist, ändert nichts daran, dass sie sich wie eine hereinbrechende Katastrophe anfühlt! Jedes Panikerleben ist eine subjektiv existenzielle Bedrohung!

Während du weiter die LBA einübst, erfährst du in dieser Folge, was das falsche Atmen physiologisch bewirkt, warum sich daraus eine Panik entwickelt und warum die LBA deiner Panik die Luft abschnürt.

Übe fleißig weiter!
Auch wenn LBA eine sehr simple Methode ist, musst du sie gut einüben. Je besser du sie kannst, desto besser fühlst du dich gegen deine nächste Panik-Attacke gewappnet!

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Du übst LBA in Ruhe ein.

Üben! Üben! Üben!
Beim Ansehen des Videos #2 erlernst du die LBA, indem du einfach mitmachst.

Du darfst alles vergessen!
Alle Regeln über richtiges Atmen sind Ballast, den du jetzt über Bord kippst. Ob du durch den Mund, die Nase oder nur durch deine Poren (Scherz!) atmest, ist völlig egal. Auch ob du laut, leise, tief, flach, in Brust oder Bauch atmest, ist unwichtig. Wenn du gähnen musst, gähne! Wenn du mittendrin gurgeln, brodeln, schnarchen, rülpsen oder pfeifen musst, tue das! Wie du einatmest, ist bei dieser Methode völlig unwichtig (Hauptsache, du vergisst es nicht ganz ...!

Atme so ein, wie es dir gut tut!
Du musst dabei keine Schritte zählen, musst dir kein Nasenloch zuhalten und musst auch nicht Oooommmh sagen.
Es geht hier nämlich nur darum, dass du richtig ausatmest. Deshalb erlernst du hier die ...

Lippenbremsen-Atmung ...
... Schritt für Schritt, in allen Details und mit einigen wohltuenden Varianten. Die LBA stellt nämlich sicher, dass du nicht zu viel Kohlendioxid ausatmest und dir genau dadurch eine Panikattacke bescherst. Mit der LBA kannst du Panikattacken ganz vermeiden, aufkommende Attacken im Keim ersticken oder aber eine Panikattacke, die dich gerade erwischt hat, beenden.

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Die Lippenbremsen-Atmung (LBA) hilft tatsächlich!

LBA wirkt genau da, wo Panik stattfindet!
Die Lippenbremsen-Atmung (LBA) ist mE die effektivste und direkteste Methode zur Bewältigung von Erregungszuständen, Ängsten und Panikattacken. Sie setzt genau dort an, wo die Panik entsteht: an deiner Atmung und deinen physiologischen Prozessen. Du kannst sie vor allem immer und überall anwenden.

In allen 5 Beiträge zur Panikbewältigung steht das Erlernen und Einüben der LBA im Vordergrund. Während du dir die Videos anschaust, machst du sofort mit. In den Texten kannst du alles noch einmal in Ruhe durchgehen.

Die Folgen:

  • #1: Du lernst LBA kennen und erhältst einen Überblick über die folgenden Beiträge.
  • #2: Du übst LBA in Ruhe ein.
  • #3: Du erzeugst die Panik selbst - deshalb kannst du damit ebenso gut aufhören!
  • #4: Du erfährst, wo die Panik herkommt - Erklärungs-Modelle und die persönliche Panik-Geschichte
  • #5: Du lernst, forcierte LBA bei Panik, Erregung, Sport, Herzrhythmus-Störungen uA einzusetzen.

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Die Lippenbremsen-Atmung, aber richtig!

DU SOLLST NICHT ATMEN!

Dieser Beitrag über das Atem-Tabu steht am Anfang meiner Videos und Texte über Panik-Bewältigung. Es folgen 5 weitere Videos und Texte, in denen ich dir Schritt für Schritt demonstriere, wie du die mE beste Methode zum Abbau deiner Panik-Attacken erlernen kannst. Hier vorab einige erstaunliche Tatsachen:

Das Atem-Tabu
Nein, du hast dich nicht verlesen. Da steht wirklich: Du sollst nicht atmen!
Genauer gesagt: Du sollst nicht ausatmen!
Und noch genauer: Du sollst nicht hör- und sichtbar ausatmen!

Genau! Du kannst doch nicht einfach so atmen, wie du willst! Wie dein Körper es von dir fordert! Wenn das alle machen würden! Das wäre ja ein fürchterliches Geatme und Gekeuche und Gestöhne …
Das geht natürlich nicht! Und deshalb gibt es tatsächlich dieses Atem-Tabu.

Das Gefühls-Tabu
Dass wir nicht so doll atmen sollen, ist nirgends niedergeschrieben. Selten wird es laut ausgesprochen: Halt die Luft an!, sagen wir einander. Und wir meinen damit: Mach nicht so viel Wind! Lass deinen Ärger, deine Lust, deine Geilheit, deine Freude, deine Angst mal schön stecken, damit wollen wir nichts zu tun haben.

Meistens formulieren wir solche Sachen lieber freundlich: Keep smiling!, klingt viel besser. Das will dann heißen: Zeig uns deine fröhliche Fassade – und bitte nur die!

Und glaube mir: Wir alle, du und ich, halten uns an dieses Atem- und Gefühls-Tabu. Das machen wir automatisch, freiwillig, ohne darüber nachzudenken. Denn die Regel, das ungeschriebene Gesetz, das über allem steht, lautet:

Du sollst deine Gefühle nicht zeigen!
Denn Gefühle sind gefährlich, wühlen auf, richten Chaos an, sind peinlich! Sie sind viel zu intim!
Du glaubst mir nicht? In den folgenden Beiträgen lade ich dich gerne ein, es auszuprobieren.

Die Folgen
Und die Folgen dieser Tabus?

  • Du schnürst dir selbst die Luft ab, ohne dass du es merkst! Du findest es nicht einmal schlimm!
  • Das Atem-Tabu erzeugt Panik, Depression und viele andere seelische Störungen! Genauer gesagt: D u erzeugst die Panik selbst. Immer wieder. Egal, welche Geschichte deine Panik hat. Weil du falsch atmest.

Die Lösung
Die Lippenbremsen-Atmung, die ich dir ausführlich zeigen werde, hilft dir, deine Panikattacken zu bewältigen. Natürlich musst du auch etwas tun: üben, üben, üben.

Also guck dir die folgenden Beiträge an!

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Beiträge über Panik - und Hinweis auf eine Philosophin

Liebe Besucherin, lieber Besucher,
auf 2 Themen, die hier demnächst erscheinen, möchte ich dich aufmerksam machen:

Bewältigung von Panikattacken
Ich bereite gerade die Texte zu meinen Videos über Panik-Bewältigung vor:
Die Lippenbremsen-Atmung ist meiner Meinung die effektivste Methode, eine akute Panikattacke zu beenden. Sie setzt genau da an, wo sie entsteht: bei physiologischen Prozessen, die du durch falsches Atmen immer wieder von Neuem erzeugst.
Dabei ist es unerheblich, wo, wann und wie die Panik entstanden ist: ob durch eine Traumatisierung, eine Konditionierung, einen unbewussten frühkindlichen Konflikt ...
Leider erlernen viele Patient*innen diese Lippenbremsenatmung in ihren Behandlungen nicht!

Die Inkognito-Philosophin
Diesen "Leckerbissen", den ich selbst gerade erst entdeckt habe, möchte ich dir nicht vorenthalten:
ein toller Blog mit dem Titel Lebenswelt und Depression. Hier philosophiert die Autorin über Mensch & Welt, erzählt von eigenen Erfahrungen, gibt viele hilfreiche Anregungen und bringt Kritisches in Medizin, Psychotherapie und Wissenschaft auf den Punkt. Wenn du hier stöberst, wirst du dich bestimmt wiederfinden: die Inkognito-Philosophin

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Sogenannte Selbstverständlichkeiten …

Doxai
Eine emanzipatorische Psychotherapie zielt auf Überwindung von Doxai und auf die Nutzung von Paradoxa. Das klingt sehr abgehoben, und deshalb möchte ich hier genauer erklären, was damit gemeint ist:

Eine Doxa (Mehrzahl: Doxai) ist nach dem französischen Soziologen Pierre Bourdieu eine Meinung oder Überzeugung, die in einer bestimmten Gruppe von Menschen auch in sehr kontroversen Diskussionen nicht infrage gestellt wird. Das bedeutet, dass sich die (über irgendein Thema) Streitenden in bestimmten Grundanschauungen einig sind, ohne auf die Idee zu kommen, diese zu hinterfragen.

In diesem Text diskutiere ich einige sehr wirkmächtige Doxai wie bspw die Krankheits-Doxa und die Entweder-Oder-Doxa. Ich stelle dar, welche Folgen diese für unseren Umgang mit Krankheit, Schwäche, Leid, Einsamkeit haben.

Paradoxa als Ausweg
(Einzahl: Paradoxon, Mehrzahl: Paradoxa) Ich betone immer wieder, dass man auf eine gute Weise lernen muss, ver-rückt zu werden. Wenn man nämlich in einer Krise steckt, in der einem kein gangbarer Ausweg erscheint, ist man häufig im Würgegriff einer mächtigen Doxa, einer tief sitzenden Regel etwa oder einem Tabu. Es gilt also, ein entsprechendes Paradox zu finden, welches einem hilft, diese jeweilige Doxa zu überwinden.

Davon handelt der Text, den du in dieser pdf-Datei findest:

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